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Von Corona ins 21. Jahrhundert geschubst?

Über Chancen und Möglichkeiten in Zeiten der Krise

Ja, es ist schon interessant, was vor kurzem noch nicht die höchste Priorität im alltäglichen, kirchlichen Leben hatte, wurde im April diesen Jahres Realität: Die Kirche wird digital, und mit ihr auch die Pfarreiengemeinschaft Murnau. Binnen kürzester Zeit fanden nicht nur die wöchentlichen Gottesdienste ihren Weg übers Internet direkt zu den Menschen nach Hause. Auch die Homepage der Pfarreiengemeinschaft Murnau wurde schleunigst auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Katholische wie evangelische Kirche in Murnau mussten ihre Kapazitäten immer mehr auf den Internetauftritt fokussieren, um den Menschen weiterhin nahe zu sein. Das Bistum Augsburg erschuf auf Anregung unseres ernannten Bischofs Dr. Bertram Meier sogar die Rubrik „Hausgottesdienste“ und gab somit den Gläubigen die Möglichkeit, auch ohne Pfarrer Gottesdienste und Andachten zu feiern. Die Form der häuslichen „Agape“ wurde wiederentdeckt.

Dies sind tatsächlich alles Erfahrungen, die das kirchliche Leben stark bereichert haben. Wir erleben in der Corona-Krise gerade viele schlimme Dinge, Nöte und Ängste. Jede Krise birgt aber auch Möglichkeiten und Chancen, die man ergreifen muss, wie derzeit die Chance, Neues auszuprobieren und Altes zu verbessern. Das lässt sich auch auf das Leben jenseits der Kirche übertragen: Wir sollten über die Fairness unseres Wirtschaftssystems nachdenken, über Chancengleichheit, über unser Konsumverhalten und über die Folgen der Globalisierung. Wir sollten uns fragen: Können wir so weitermachen, können wir das mit unseren christlichen Werten vereinbaren? Und falls wir das nicht können, sollten wir uns fragen, was wir dagegen tun wollen. 

Aber auf unsere aktuelle, kirchliche Situation bezogen, bedeutet „Chancen ergreifen“ weiterzumachen, den Internetauftritt auszubauen. Es wäre daher schön, wenn unser derzeitig großartiges Online-Engagement erhalten bliebe und die gewonnenen Fähigkeiten nicht vergessen werden, wenn das „normale“ Ausüben des Glaubens wieder möglich ist. Nein, es wäre toll, wenn dieses Engagement ausgebaut und fortgeführt wird!

St. Clemens in Eschenlohe geht nun noch einen Schritt weiter und startet das Experiment eines regionalen YouTube-Kanals. Entstanden aus dem virtuellen Chor zu „Ave Maria“, der sich im Internet großer Beliebtheit erfreut und auch am Ende des österlichen Abendlobs im Videogottesdienst ausgestrahlt wurde, versuchen wir nun, einen eigenen Kanal aufzubauen. Wir werden dort künftig verschiedenste Rubriken bedienen, wie z.B. Musikvideos, Andachten, Gebete, Vorstellung von Gremien und kirchlichen Tätigkeiten, Kirchenführungen und vieles mehr.

Ideen haben wir schon viele. Aber wir brauchen auch eure Mithilfe.

Wir freuen uns, wenn auch Du dich auf dieses Experiment einlässt und unsere Arbeit unterstützt. Wir drehen selbst, nehmen aber auch gerne Videos entgegen, die du selbst erstellen kannst, z.B. wenn du eigene Ideen hast oder dir irgendetwas am Online-Auftritt fehlt. Das können Videos von Ministrantenausflügen sein, aber auch von Jugendbands oder anderen Musikgruppen, die im Gottesdienst spielen; Videos aus anderen Kirchen, so wie wir jetzt auch ein Video in Grafenaschau gedreht haben; Gedanken zum Glauben oder zu biblischen Texten; oder ganz etwas anderes, was immer dir einfällt.

Diese Videos, Fragen oder Ideen kannst du direkt an die E-Mailadresse unseres Kanals senden: kirchenchor.eschenlohe(at)gmail.com

Laurent Wehrsdorf