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„Deshalb seid ihr voll Freude, wenn es für kurze Zeit jetzt sein muss, dass ihr durch mancherlei Prüfungen betrübt werdet.“ (1 Petr. 1,6) „…da ihr das Ziel eures Glaubens empfangen werdet: eure Rettung.“ (1 Petr 1,9)

Hoffnung und Zuversicht brauchen wir in dieser aktuellen Corona-Pandemie. Unser Leben ist eingeschränkt, viele von uns machen sich Sorgen um die eigene Gesundheit und um das Wohlbefinden ihrer Lieben. Hoffnung und Zuversicht spricht aus der Botschaft des ersten Petrusbriefes. Diese Hoffnung gründet sich auf Jesus, den Auferstandenen, der den Tod und alles Elend überwunden hat. Wie neugeboren, „wiedergeboren“ lebt, wer mit IHM verbunden ist. Deshalb dürfen wir uns schon jetzt auf eine unvorstellbar schöne Zukunft freuen. Der Blick auf die Ewigkeit hebt die Tragik mancher Lebensumstände zwar nicht auf, aber er hilft, sie zu tragen und zu ertragen. Die Vorfreude auf die von Gott erwartete Veränderung zum Guten hin ist ein sehr wichtiger Impuls für jeden Tag! In dieser Gewissheit - auch in einer bedrückenden Situation -schon innerlich Freude und Frieden und Gottvertrauen zu haben, ist vielleicht der Beginn der „Rettung“.

Früher hörte man ab und zu, dass die Not beten lehre. Ob das heute in unserem Land auch der Fall ist, lässt sich schwer sagen, geschweige denn messen. Not gäbe es ja in diesen schwierigen Zeiten genug! Aber ein anderer religiöser Begriff – die Umkehr – ist jetzt in einer eher säkularisierten Variante in aller Munde: der Neustart. Denn der globalisierte Welthandel wird sich neu begründen müssen. Der weltweite Sportkommerz kommt ebenfalls unter Rechtfertigungszwang. Die hektische Geschwindigkeit wird in vielen Lebensbereichen auch nicht so ganz unkommentiert weitergehen wie zuvor. Weniger Dienstreisen per Flugzeug, mehr Videokonferenzen sowie stärkere Forderungen nach Arbeit im Homeoffice sind überdies absehbar. Und wem all diese meistenteils gesamtgesellschaftlichen Veränderungen noch nicht genug sind, der kann ja auch noch individuell die persönliche Umkehr ins Auge fassen, ohne sie gleich an die große Glocke zu hängen.

Ab dem 4. Mai dürfen wir uns wieder in unseren Kirchen zum Gottesdienst versammeln. Vieles wird nun anders sein. Es kommt zunächst darauf an, neu sehen zu lernen. Was genau geschieht? Wohin führt Gottes Leidenschaft sein Volk? Was stirbt, damit es neu werden kann? Und wie können wir die Zeichen der Zeit im Licht des Evangeliums deuten?

Es geht in Zeiten radikalen Umbrechens der Gesellschaft, ja des ganzen gemeinsamen Hauses um neue und radikale Wege, das Evangelium vom Reich Gottes  zu verkündigen. Von dieser Sendung her Kirche neu werden zu lassen, darauf kommt es an. Und von diesen Erfahrungen ursprünglicher Leidenschaft her auch die Strukturen angemessen zu gestalten, damit die Energie der Liebe die Christen zu ihrem Zeugnis stärken kann, sie zu missionarischen Jüngerinnen und Jüngern macht – nur darum kann es doch gehen. Und wie dann diese Kirche sich zeigt, ist nachgeordnet.

Neu sehen lernen – das gelingt dort, wo neue Erfahrungen gemacht werden, damit wir eine neue Apostelgeschichte schreiben und leben. Es geht also darum, dass Christen das Evangelium und die Tradition des Glaubens neu sich zu eigen machen können, in Gemeinschaft, im Austausch und im gemeinsamen Leben. Bibelkreise bekommen z. B. eine hohe Dringlichkeit als Lernorte des Glaubens und des Kirche-Seins.

Der deutsche Dichterfürst Johann Wolfgang von Goethe hat diesen gesellschaftlichen Neustart oder die persönliche Umkehr schon vor 200 Jahren mit folgenden Worten umschrieben:

„Man sieht die Blumen welken und die Blätter fallen,

aber man sieht auch Früchte reifen und neue Knospen keimen.

Das Leben gehört den Lebendigen an, und wer lebt, muss auf Wechsel gefasst sein.“