Neue Orgel für St. Nikolaus

Eine Orgel, die in die Jahre gekommen ist, erzählt:

Jetzt steh´ ich hier in St. Nikolaus seit fast 50 Jahren, und glauben´s mir: ich hab von hier oben schon so einiges miterlebt: vier Pfarrer, einen Haufen Kapläne, zwei Mesner, unzählige Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen, durfte ich mit meinem Klang begleiten. Über die große Pfeife gepeilt müssten es ca. 10.000 Sonntagsgottesdienste gewesen sein, an denen ich mitgewirkt habe – kein Witz! Das hinterlässt Spuren, kann ich Ihnen sagen! Wie oft sich die verschiedenen Organisten hier schon die Klinke in die Hand gegeben, oder besser: auf meiner Orgelbank rumgerutscht sind – ich kann´s nicht zählen!

Mittlerweile pfeift´s und zwickt´s in meinem Gehäuse leider immer regelmäßiger: mal klemmt eine Taste, mal knackt ein Plastikteil auseinander, mal hat das Gebläse den Schluckauf oder mir geht fast der Schnaufer aus… - Arthrose und Atemnot, leider kaum heilbar! Der Orgelbauer tut zwar sein Bestes für mein Wohl, aber die Substanz ist halt nicht mehr taufrisch. Mein ältestes Trumm ist ja mittlerweile fast 200 Jahre alt!

Drum hätt´ ich eine Bitte an alle, die mich hören und sehen: Überlegt´s euch doch für die Zukunft, ob ihr mich nicht eines Tages in den Ruhestand schicken wollt! Es muss ja nicht sofort sein – eine Weile pack´ ich das schon noch - aber so in den nächsten fünf bis zehn Jahren tät´ ich dann doch ganz gern mal abtreten. Ich weiß: das kostet einen ganzen Haufen Geld, um für würdigen Ersatz zu sorgen. Und das trägt ja bekanntlich keiner sackweise mit sich herum. Aber unter uns: Wo viele kleine Pfeifen an vielen kleinen Orten viele kleine gute Werke tun, da entsteht was ganz Großartiges! Ich weiß, wovon ich red´ – glauben´s mir!

Ihr könnt´s eigentlich gleich damit anfangen: immer am ersten Wochenende im Monat geht die gesammelte Kollekte in den Sonntagsgottesdiensten auf mein „Orgelkonto“! Ich freu´ mich wirklich über jeden Euro, den ihr für meine Nachfolgerin auf die Seite legt´s!

Außerdem gibt es unter der Empore am Nordportal der Pfarrkirche einen Opferstock, der speziell für "mich" bestimmt ist!

Näheres über meinen „Gesundheitszustand“ weiß übrigens der Organist: einfach fragen trauen! Der freut sich, wenn sich was rührt und sich die Leut´ informieren! Oder Sie lesen die Informationen am südlichen Emporenaufgang: dort finden Sie auch Fotos, die meinen Zustand dokumentieren.

Vergelt´s Gott für alle Unterstützung und für Ihr Wohlwollen– wir hören uns!

SOLI DEO GLORIA

Unsere Aktionen für die "alte Dame"

Viele kreative Sänger und Musiker aus der Marktgemeinde haben sich bereits engagiert und auf Spendenbasis Konzerte und Aufführungen zugunsten der neuen Orgel veranstaltet.

So musizierten z.B. das Holzbläserensemble "Vollholz", der Chor "ArtCapella", das Gesangsensemble "Solavoce", der Kirchen- und Kinderchor und viele andere Gruppen und Einzelpersonen unentgeltlich für unser Orgelprojekt. Vielen Dank für diese außergewöhnliche Initiative.

Ein Teil des Erlöses aus dem letzten Pfarrfest floss ebenfalls auf das Orgelkonto. Auch dafür sagen wir allen Helferinnen und Helfern Dankeschön!

Immer wieder melden sich großzügige Spenderinnen und Spender und geben ihren Teil, auch dafür sei allen von Herzen gedankt!

Eine fließige Frau aus der Pfarrei nähte in der Adventszeit wunderschöne Stoffbeutel und -taschen, die zusammen mit anderen handgefertigten Produkten zugunsten der Orgel verkauft wurden!

Inzwischen gibt es auch selbstgenähte Stoffmasken in "Corona-Zeiten", die am Schriftenstand in der Pfarrkirche gegen eine Spende für die Orgel erworben werden können. Vielen Dank für die investierte Zeit und Mühe!

Jeder kleine Beitrag hat seinen Wert! Wir danken allen, die mithelfen, dass sich das Orgelprojekt weiter entwickelt!

Thomas Walser (Stand: 29.04.2020)