St. Nikolaus zu Murnau

Spätbarocke Wallfahrtskirche im Herzen Murnaus

Als im Jahre 1717 Abt Placidus Seitz von Ettal den Grundstein für die heutige Kirche St. Nikolaus legte, konnte er wohl noch nicht ahnen, welch prächtiges Bauwerk, in unmittelbarer Nähe zum Schloss, zukünftig über dem Murnauer Untermarkt und seinen Häusern thronen würde. An derselben Stelle stand zuvor eine gotische Kirche, die jedoch baufällig und zu klein geworden war. Im Jahr 1716 wurde deshalb der Entschluss für einen Neubau gefasst. Am 6. Mai 1734 fand die festliche Einweihung der Kirche durch den Augsburger Weihbischof Sigismund Mayr statt. Zwei Jahre später erfolgte die Erhebung zur Pfarrkirche.

Der Turm steht auf dem ursprünglich gotischen Unterbau der alten Kirche. Im Jahr 1750 erhielt er seinen jetzigen Abschluss mit Kuppel und Laterne. Die Stukkatur in St. Nikolaus wird der Wessobrunner Schule des Johann Baptist Zimmermann zugeschrieben. 1771 dürfte der Hochaltar eigens für Murnau geschaffen worden sein. Wahrscheinlich handelt es sich um ein Geschenk bzw. eine Stiftung des Klosters Ettal. Bartholomäus Zwink aus Uffing hat wohl die sogenannten Kistlerarbeiten durchgeführt. Dazu gehören auch die Beichtstühle, das Chorgestühl und die Brüstungen der Chororatorien.

Um 1870 wurden die Chorfresken in St. Nikolaus von Johann Michael Wittmer aus Murnau sowie dem Münchner Maler Josef Anton Schwarzmann  geschaffen.  Das Deckengemälde im Kirchenschiff entstand rund 20 Jahre später. Waldemar Kolmsperger der Ältere malte in den Jahren 1893 – 1895 das Jüngste Gericht.

Seit 1756 ist St. Nikolaus eine Wallfahrtskirche zur Schmerzhaften Muttergottes; das Gnadenbild in einem Rokkokoschrein, eine von 7 Schwertern durchbohrte Marienfigur, befindet sich oberhalb des Tabernakels im Hochaltar. Darüber ist das große, 1771 von Johann Baader geschaffene Altarbild angebracht. Es zeigt den Pfarrpatron, den heiligen Bischof Nikolaus vor Christus stehend, dazu kommen Szenen aus der Nikolaus-Legende.

Im Jahr 2017 konnten wir das 300-jährige Jubiläum der Grundsteinlegung der Murnauer Pfarrkirche feiern. Bis dahin sollen Schäden an dem  monumentalen Bauwerk behoben und notwendige Restaurierungen innen wie außen durchgeführt werden.

Die Murnauer Pfarrkirche, ein ursprünglich romanischer, spätgotisch umgestalteter Bau, wurde zwischen 1717 und 1734 (Weihe), neu errichtet. St. Nikolaus zählt zu den bedeutenden Raumschöpfungen des bayerischen Spätbarock. In überraschender Synthese entstand ein neuartiger Kirchenbau, der im Inneren durch den weiträumigen Kuppelraum beeindruckt. Erst 1870/72 bemalte der aus Murnau stammende und in Rom lebende, Spätnazarener Johann Michael Wittmer die Deckenzone im Presbyterium. 1893-95 schuf der Münchner Waldemar Kolmsperger mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts in der gut 500 Quadratmeter großen Kuppel eines der frühesten und monumentalsten Zeugnisse neubarocker Deckenmalerei.

Aus der Werkstatt der Uffinger Kistlerfamilie Zwinck kommen das spätbarocke Laiengestühl (1734) sowie die vier äußerst aufwendig gearbeiteten Beichtstühle, das Nordportal und der Orgelprospekt .

Im Gemeinderaum befinden sich sechs Seitenaltäre: der hochbarocke Antoniusaltar (um 1700, Altarblatt von Egid Quirin Asam) und der gegenüberliegende Johannes von Nepomuk-Altar (1734), der Rosenkranzaltar und der hochbarocke Katharinenaltar mit dem kostbar gefassten Leib der hl. Viktoria (Altarblätter von Johann Michael Wittmer, 1876), sowie an den Chorschultern der Franz-Xaverius- Altar (Franz Xaver Schmädel) und der Sebastiansaltar mit dem Rokokoschrein, der den Leib des hl. Vinzenz birgt.

In der Kerzennische ist die spätbarocke Kopie des verehrten Wessobrunner Gnadenbildes mit der Mutter der schönen Liebe zu sehen. Nur summarisch kann auf die zahlreichen Votivgemälde an den Seitenwänden hingewiesen werden. Die meisten von ihnen stammen aus dem 18. Jh. und zeigen das Murnauer Gnadenbild. Am Übergang zum Chor befindet sich die reich ausgestattete Rokokokanzel, die Franz Hosp aus Imst 1780 lieferte.

Aus der alten Pfarrkirche wurden die Altäre in den beiden Chorkapellen übernommen. J. M. Wittmer malte 1781 die Retabelgemälde für den Michaelaltar und den Schutzengelaltar.

In der Kerzennische ist die spätbarocke Kopie des verehrten Wessobrunner Gnadenbildes mit der Mutter der schönen Liebe zu sehen. Nur summarisch kann auf die zahlreichen Votivgemälde an den Seitenwänden hingewiesen werden. Die meisten von ihnen stammen aus dem 18. Jh. und zeigen das Murnauer Gnadenbild. Am Übergang zum Chor befindet sich die reich ausgestattete Rokokokanzel, die Franz Hosp aus Imst 1780 lieferte.

Aus der alten Pfarrkirche wurden die Altäre in den beiden Chorkapellen übernommen. J. M. Wittmer malte 1781 die Retabelgemälde für den Michaelaltar und den Schutzengelaltar.

Optischer und ehemals auch liturgischer Höhepunkt der Kirchenausstattung ist der imposante Rokoko-Hochaltar (1770/71). Johann Baptist Baader schuf 1771 das Altarblatt mit dem Kirchenpatron als Fürbitter. Die elegant gestalteten Figuren (hll. Benno, Ulrich, Engel, Gottvater) dürften Werke des Franz Xaver Schmädel sein. Im Schrein des Hochaltars ist das bekleidete Gnadenbild der schmerzhaften Muttergottes ausgestellt.

Download Kirchenführer St. Nikolaus