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St. Leonhard

GOTT SEI DANK durften wir nach zweijähriger Corona-Zwangspause heute wieder an unserer Wallfahrtskirche hier in Froschhausen vorbeiziehen: rund 60 Festwagen, etwa 300 Pferde und knapp 1000 Mitwirkende. Unsere Wallfahrtskirche ist dem Schutzpatron von Pferden und jeglichem Vieh geweiht, dem heiligen Leonhard. In Bayern gibt es viele davon. In all diesen Kirchen finden wir Bilder in Bezug auf diesen seit alters her verehrten Heiligen. Ein Bild z. B. zeigt Leonhard am Kindbett einer fränkischen Königin, die auf die Fürsprache des Heiligen eine schwere Geburt überstand. Hier leuchtet das Thema Schwangerschaft auf: Der hl. Leonhard macht bis heute werdenden Müttern Mut. Wenn es ums menschliche Leben geht, gibt es keinen hoffnungslosen Fall. Haben wir Mut zum Leben!

Ein zweites Bild zeigt Leonhard bei einer Teufelsaustreibung. Der Heilige scheidet die Geister voneinander und hilft auch Menschen dabei, die richtige Entscheidung zu treffen. Denn auch heute gibt es Gefangenschaft und Abhängigkeiten, in denen Menschen stehen. Angefangen bei Corona-Zwängen, unter denen wir leiden, über Beziehungskorsette bis zum Druck dessen, was gerade Mode ist. Oder die Abhängigkeit von Drogen, Arzneimitteln und Alkohol. Der hl. Leonhard möchte uns zur wahren Freiheit ermutigen.

Ein drittes Bild z. B. zeigt Leonhard, wie er der Gottesmutter und dem hl. Remigius den Plan für das von ihm gegründete Kloster Noblat in der Nähe von Limoges präsentiert. Dieses Motiv lädt uns ein, einander zu helfen, dass wir frei werden für das, was Gott mit uns plant, um unser wahres Ziel zu finden.

Der Begriff Ziel fiel auch in der heutigen Lesung des Völkerapostels Paulus an die Gemeinde in Philippi: „Das Ziel vor Augen, jage ich nach dem Siegespreis.“ Denn neben dem äußeren beruflichen und familiären Ziel gibt es für jeden von uns noch ein inneres. Der Wettkampf im Stadion ist für Paulus ein Beispiel für sein Leben. Start – Rennen – Ziel.

  1. Der Start: Paulus war ein Mann, der Gott gesucht hat. Sein Eifer war riesengroß. Er war nur auf der falschen Spur unterwegs, in die falsche Richtung. Gott hat ihm bei der Begegnung vor Damaskus zuerst die Augen verschlossen und dann wieder neu geöffnet. Ein Perspektivwechsel! – Manchmal brauche ich das auch: einen anderen Blick auf die Dinge, auf das, was zählt.
  2. Das Rennen: Wenn wir mit Christus leben, dann können auch wir – wie Paulus – die Vergangenheit hinter uns lassen. All die Fehler unseres Lebens, unsere Schuld, all der Ballast und die Versäumnisse sollen und können uns nicht mehr daran hindern, in diesem Leben künftig mit Jesus unterwegs zu sein.
    Wie oft haben wir allen Grund zu resignieren: Da sind verhärtete Bezie­hungen, Ängste, Süchte und Krankheiten. Wie oft stehen wir uns selbst im Wege, wissen keinen Ausweg oder haben die Orientierung verloren. Wie oft habe ich mich schon vergeblich abgemüht, Gutes zu tun und Vergängliches zu lassen. Dieser Text will uns Mut machen, die guten Kräfte in uns zur Wirkung kommen zu lassen.
  3. Beim Ziel unseres Lebens beginne ich mal mit einer einfachen Frage. – Ich stelle sie auch mir selbst: Worauf kommt es eigent­lich in unserem Leben an? Was gibt unserem Leben Sinn? – Ist es Erfolg? Beruflicher Aufstieg? Geld? Eine glückliche Familie? Gesundheit? Oder nur irgendwie durchzukommen? Und wenn ja, wohin und wie lange? Was also ist das Ziel meiner Jahre, die mir noch bleiben? 

Die Antwort von Paulus lautet: „Wirkliches Leben gibt es bei Jesus!“ Jesus selbst hat gesagt: „Ich bin der Weg, der zur Wahrheit und zum Leben führt. Einen anderen Weg gibt es nicht.“

Im Evangelium hörten wir zwei kurze Gleichnisse vom Schatz im Acker und von der kostbaren Perle. Der Hl. Leonhard hat in Gott diesen Schatz im Acker gefunden und in der Begegnung mit Jesus Christus auch die kostbare Perle.

Amen.